Streit in der Beziehung

Richtig Streiten ist eine Kunst, die man erlernen kann.

streitStreit kommt in den besten Beziehungen vor. Ein Streit zwischen den Partnern kann schon wegen Kleinigkeiten im alltäglichen Zusammenleben entflammen, wenn es zum Beispiel um gerechte Aufgabenverteilung im Haushalt, Zuverlässigkeit oder Pünktlichkeit geht. Es gibt aber auch große, grundsätzliche Streit-Themen wie unterschiedliche Ansichten in der Erziehung, Entscheidung über größere Ausgaben, Eifersucht etc. Jeder Streit, ob groß oder klein, hat folgende gemeinsame Nenner:

  • Das gleiche Thema kommt immer wieder vor.
  • Es findet sich im Streit-Verlauf keine endgültige Lösung, das Thema ist nie „vom Tisch“.
  • Der Streit läuft immer wieder nach einem ähnlichen Muster ab.
  • Bei den Streit-Themen schwingen wichtige Beziehungsfragen mit wie: Erfahre ich genug Respekt und Liebe von meinem Partner? Gibt mir mein Partner genug Unterstützung und Geborgenheit

Was passiert eigentlich bei einem Streit?
Streit entsteht immer dann, wenn zwei Menschen in einer Sache zwei unterschiedliche Bedürfnisse haben, die im ersten Moment überhaupt nicht miteinander in Einklang zu bringen sind. Eine Lösung für einen Streit zu finden ist deshalb so schwierig, weil zwei Partner  auf zwei festgefahrenen, sich gegenseitig ausschließenden Lösungen beharren.

Oftmals sind den Partnern die Bedürfnisse, die hinter dem Streit stehen, nicht klar. Dem Partner werden Absichten unterstellt, die dieser gar nicht hegt. Da hilft nur eines: möglichst vernünftig miteinander sprechen, und zwar so, dass das gegenseitige Verständnis gesichert und gewährleistet ist. Dabei führt der Weg an einigen Kommunikationsregeln nicht vorbei.

Was Sie bei einem Streit beachten sollten

  • Jeder Partner darf seine Bedürfnisse äußern, ohne dass er dabei unterbrochen wird.
  • Nachdem ein Partner seine Position geäußert hat, gibt der andere Partner dieselbe Position in eigenen Worten wieder, und zwar so lange, bis die Bedürfnisse wirklich verstanden worden sind. Und dann erst kommt der zweite Partner mit seinem Standpunkt dran.
  • Das Thema wird sachlich behandelt z.B. "Ordnung im Wohnzimmer" und nicht "deine Schlamperei".

Dieser Wechsel von der Lösungsebene auf die Bedürfnisebene bewirkt, dass nun beide gemeinsam an der Problembewältigung arbeiten. Auf diese Art und Weise lernen sich Paare sogar noch besser kennen, weil sie erfahren, was in der Gefühlswelt ihres Gegenübers vor sich geht.

Ein fairer Streit ist nur dann möglich, wenn sich noch nicht zu viel Ärger aufgestaut hat und beide einander noch zuhören wollen. Oft ist es sinnvoll, Streit-Themen erst zu besprechen, wenn sich die Atmosphäre wieder beruhigt hat. Wenn Sie dann noch Gesprächsregeln für den Streit aufstellen und sich auch daran halten, finden Sie garantiert eine Lösung - für jeden Streit!

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