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Tarot: Spiel mit der Zukunft
Wenn die Karten sprechen
Tarot war zunächst ein einfaches Kartenspiel, dessen Ursprung sich bis zum frühen 16. Jahrhundert zurückverfolgen lässt. Ende des 18. Jahrhunderts entwickelte sich das Tarot in esoterischen Zirkeln zu einem Wahrsageinstrument. Tarot erfährt gerade in unsicheren Zeiten einen Boom. Viele Menschen erhoffen sich von den Karten eine Entscheidungshilfe oder einen Blick in die Zukunft.
Eine vollständige Ausgabe von Tarot-Karten bezeichnet man als Satz oder Deck. Über die Zeit haben sich mehrere hundert solcher Decks entwickelt. Sie unterscheiden sich entweder geringfügig im Design und ein paar Details, oder aber maßgeblich in den Darstellungen und Interpretationen. Deshalb gibt es üblicherweise beim Kauf der Tarot-Karten ein Buch mit Erläuterungen dazu. Ein Tarot-Deck besteht in der Regel aus 78 Karten. Zu dieser Zahl gelangt man, wenn man die ersten zwölf Zahlen zusammenzählt. Die Zahl 12 steht für Vollständigkeit und die Zahl 78 für das „große Ganze“. Einige wenige Decks weichen von dieser Zahl ab, manche haben nur 74 Karten, andere setzen sich aus 80 Karten zusammen.
Das Tarot als Spiegel unbewusster Gefühle
Die 78 Karten teilen sich in die so genannte große und kleine Arkana. Die große Arkana beinhaltet 22 Karten, die so klangvolle Namen tragen wie „Der Narr“, „Die Hohepriesterin“ oder „Der Tod“. Manche Tarot-Decks bestehen ausschließlich aus den 22 Karten der großen Arkana. Die kleine Arkana setzt sich aus vier mal vierzehn Karten in vier unterschiedlichen Farben oder Reihen zusammen. Diese bestehen aus zehn Zahlenkarten und vier Hofkarten (häufig: König, Königin, Ritter und Page).
Die Deutungssysteme und Interpretationsmöglichkeiten des Tarot sind extrem komplex. Um diese moderne Form des Orakels hat sich eine regelrechte Pseudo-Wissenschaft entwickelt. Zu den drei bekanntesten Tarot-Decks zählen das Marseille-, das Rider-Waite- und das Crowley-Tarot. Im Internet gibt es zahlreiche Plattformen, bei denen man per Klick kostenlos Tarot-Karten ziehen kann. Ein auf dem Zufallsprinzip agierendes Tool spuckt die "Karte des Tages" aus. Wie bei allen esoterischen Disziplinen, muss auch beim Tarot jeder für sich entscheiden, ob und wie viel er davon für bare Münze nimmt.
Die Psychologie macht sich das Tarot zum Aufspüren unbewusster Gefühle zunutze. Beim Kartenlegen kommen typische menschliche Erfahrungen zur Sprache. Wenn das abgebildete Thema mit der eigenen Gefühlslage korrespondiert, ruft es eine emotionale Reaktion hervor. So kann das Tarot dabei helfen, verborgene Ängste oder Wünsche zu artikulieren.
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