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Systemische Familientherapie
Kommunikation in der Familie
Was ist eine Systemische Familientherapie?
Die systemische Familientherapie ist ein Therapieansatz, der die Probleme der einzelnen Personen fast unberücksichtigt lässt und sich allein mit der Familie als kommunikativem System beschäftigt.
Die Grundlagen der Systemischen Therapie beruhen auf den Werken von Gregory Bateson und sind außerdem beeinflusst von der Philosophie des radikalen Konstruktivismus.
Bei der Systemischen Familientherapie sieht man die Familie als ein regelgeleitetes System, das hauptsächlich aus Kommunikation und Informationen besteht. In diesem System/der Familie entstehen im Laufe der Zeit Regeln, die das Leben der einzelnen Mitglieder beschreiben und eingrenzen. Gesundheit und Krankheit werden in diesem System in einem neuen Zusammenhang gesehen. Das nach außen sichtbare Merkmal (z.B. Schuleschwänzen des Kindes") wird als ein Zeichen für Störungen des inneren Gleichgewichts im Gesamtsystem Familie betrachtet.
Therapieziel
Das Ziel der Systemischen Familientherapie ist es, festgefahrene Strukturen zu durchbrechen, um dadurch das System in ein neues Gleichgewicht zu bringen. Ein besonderer Schwerpunkt wird dabei auf die Kommunikationsmuster innerhalb der Familie gelegt. Beispiel: Ein Mädchen ist magersüchtig, sie wird in der Systemischen Familientherapie jedoch nicht als kranke Patientin beschrieben, sondern als Symptomträgerin für Kommunikationsschwierigkeiten im Netz ihrer gesamten Familie.
Die Therapie wird nicht angewandt, um der Familie ihre Situation mit ihren Problemen zu erklären oder diese zu interpretieren. Vielmehr versucht sie, so schnell wie möglich das Spiel der Familie zu erfassen, das zur Aufrechterhaltung der Symptome eines bestimmten Problems beiträgt.
Festgefahrene Strukturen und Zusammenhänge werden aus dem Gleichgewicht gebracht und verändert, Regeln neu aufgestellt oder ausgetauscht.
In welchem Zeitraum verläuft die systemische Familientherapie?
Man bezeichnet die Systemische Familientherapie häufig als „lange Kurzzeittherapie“. Die Dauer der Therapie kann zwischen drei Monaten oder mehreren Jahren liegen, die Gesamtzahl der Therapiesitzungen bleibt aber im allgemeinen sehr gering (5-10 Sitzungen). Ein typisches Merkmal der systemischen Familientherapie sind lange Zeitintervalle zwischen den Therapietreffen, die den Familien die Gelegenheit zu Veränderungen geben sollen.

